Die Stadt Berlin nach dem Krieg war weitgehend zerstört. Von
vielen Häusern standen nicht einmal mehr die anklagenden
Gerippe der Fassaden. Und wenn sahen die dunklen Fenster wie
anklagende Augen aus den Gebäuden die nun den Menschen keinen
Schutz mehr bieten konnten. Der amerikanische Luftangriff vom
3. Februar 1945 war der schlimmste von allen. Dennoch flogen
die Bomber im Februar und im März fast täglich gen Berlin. Die
Menschen die dort verharren mussten oder auch wollten lebten in
unzureichenden Luftschutzvorkehrungen. Und in den Kellern
starben auch die meisten Menschen in der Stadt Berlin.
Der Bombenkrieg über Berlin hatte fast die Hälfte des
Wohnraumes in der Stadt zerstört. Der Bezirk Mitte, das Gebiet
das am stärksten von den Zerstörungen betroffen war. Viele
architektonische Monumente lagen in Schutt und Asche. Auch das
Brandenburger Tor. Die darauf stehende Quadriga kam erst im
Jahre 1814 wieder zurück, denn Napoleon hatte sie 1806 nach
Paris bringen lassen. Und durch die Folgen des Krieges wurden
die Quadriga und das Brandenburger Tor weitgehend bzw. fast
zerstört und nach und nach erst wieder aufgebaut. Mit dem
Beginn des Mauerbaus im Jahre 1961 war das Bauwerk das Symbol
für die geteilte Stadt Berlin. Inzwischen ist es Tradition rund
um das Brandenburger Tor Silvester zu feiern, und jedes Jahr
kommen hierzu tausende Berliner zu dieser Silvesterfeier, und
es werden immer mehr.
Berlin nach dem Krieg, das ist die Zeit der Trümmerfrauen,
denn in der Stadt waren nur noch alte Männer und Jungen, die
die Hitler als eiserne Reserve bislang mit seinem Wahnsinn
verschont hatte. Andere Männer die noch in der Stadt waren,
konnten diese nicht verlassen, da sie im Arbeitseinsatz
verbleiben mussten. Bei Weigerung drohte das KZ. Und nun waren
diese Menschen alle weitgehend obdachlos und alleine inmitten
einer zerbombten Stadt. Erste Hilfe schafften die
Rosinenbomber, denn in Berlin herrschte nach dem Krieg eine
Versorgungsnot mit dem allernotwendigsten. Hunger war an der
Tagesordnung. So musste Berlin über eine Luftbrücke versorgt
werden. Grund dafür war, dass sich die ehemalige
Reichshauptstadt inmitten einem sowjetisch besetzten Gebiet
befand. Die Versorgungslieferungen auf dem Landweg wurden
leider durch die Sowjets so behindert, dass nur noch eine
Versorgung der Bevölkerung durch die Luft möglich war. Und das
durch die Berliner Luftbrücke von 1948 bis 1949.
Da Berlin nach dem Krieg in vier Zonen, Sektoren genannt
eingeteilt wurde, genau wie das übrige Deutschland auch in vier
Besatzungszonen eingeteilt wurde: die sowjetische
Besatzungszone, die englische, französische und die
amerikanische Besatzungszone. Nichts desto trotz bauten aber,
Zonen hin oder her, sie behinderten den Alltag der Menschen
jedoch sehr, die Trümmerfrauen die Stadt Berlin nach dem Krieg
wieder auf. Das Leid der Menschen damals ist heute kaum
vorstellbar. Von den Frauen wurde jedoch erfolgreich versucht
aus einem Nichts an Lebensmittel ganze Familien zu ernähren.
Not macht erfinderisch, wie es in dem Sprichwort so schön
heißt. Der Schwarzmarkt blühte. Viele Schwarzhändler fuhren
aufs Land, auf ungewissen Touren, nicht wissend ob sie Speck,
Schinken usw. eintauschen konnten. Auf dem Rückweg in die Stadt
wurden sie von den Besatzungsmächten kontrolliert, wieder eine
Gefahr mehr, in der sie schwebten. Sobald etwas in den wenigen
Läden erhältlich war, waren Hamsterkäufe an der Tagesordnung.
Denn Tauschen konnte man ja immer noch, das Geld war sowieso
nichts wert, oder man hatte gar keines, und musste seine
letzten Habseeligkeiten veräußern.
Und en Trümmerfrauen ist es zu verdanken dass Berlin wieder
so schnell aufgebaut wurde. Ihre Schwerstarbeit und ihr
Überlebenswillen setzen bis in die heutige Zeit Maßstäbe und
ein Zeichen der Stärke. Diejenigen die als Trümmerfrauen in
Berlin halfen den Schutt zu beseitigen, wurden in den Status
Hilfsarbeiterinnen im Baugewerbe versetzt und erhielten die
Kategorie II bei den Lebensmittelzuteilungen. Schwere
körperliche Arbeit wurde mit größeren Rationen belohnt.